Zu einem besonderen Austausch luden die Mitglieder der Wacholderwacht Osteifel kürzlich Vertreterinnen und Vertreter der umliegenden Ortsgemeinden an den neu renovierten Wacholderwagen unterhalb des Büschbergs ein.
Der Wacholderwagen, seit vielen Jahren Anlaufstelle für Umweltbildung und Naturschutzaktionen, erhielt nicht nur einen frischen Anstrich, sondern wurde auch wetterfest gemacht, technisch überholt und auf einem stabilen Fundament neu platziert. Für Alfred Schomisch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel war es eine Ehrensache, die Sanierungskosten zu übernehmen, damit hier auch zukünftig Projekte mit Schulklassen und Kitagruppen stattfinden können. „Der Wagen ist ein Ort, an dem wir unsere Arbeit sichtbar machen und Kinder wie Erwachsene an die Schönheit und Bedeutung der Wacholderheiden heranführen“, so Marcus Hüsgen, Sprecher der Wacholderwacht.
In seiner Ansprache erinnerte Hüsgen an die Anfänge: Vor 20 Jahren begann das LIFE-Projekt „Schutz und Pflege der Wacholderheiden der Osteifel“, vor 15 Jahren wurde es abgeschlossen. Die Wacholderwacht wurde 2006 im Rahmen dieses Projekts gegründet – damals begleitet von viel Überzeugungsarbeit, auch gegen Widerstände in der Bevölkerung. Heute agiert die Gruppe weiterhin als Mittler zwischen Mensch und Natur, mit Angeboten wie Wanderführungen, Mitmachaktionen und naturschutzfachlicher Pflegearbeit.

Im Anschluss führte Marcus Hüsgen die Gruppe über den Büschberg – ein Herzstück der Wacholderlandschaft in der Osteifel. Dort wurde zu Beginn des Projekts die gesamte Fläche geplaggt, das heißt, die Humusschicht wurde entfernt und die Fläche mit Heidesaatgut neu eingesät. Insgesamt wurden auf dem rund 17 Hektar großen Areal über 285 Festmeter Holz entfernt, teils mithilfe kontrollierter Feuer. Heute ist der Büschberg ein wertvoller Rückzugsort für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – darunter das seltene montane Borstgras und die Gottesanbeterin, die jüngst im Rahmen einer Kinderferienaktion gleich mehrfach gesichtet wurde.
„Ursprünglich standen nicht der Wacholder, sondern das Borstgras und die Heide im Zentrum des LIFE-Projektes“, so Hüsgen. Er zeigte historische Karten und erläuterte die beeindruckende Entwicklung des Gebiets.
Die regelmäßige Pflege der Flächen erfolgt vor allem durch die Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz. Sie organisiert auch die Beweidung mit Schafen und Ziegen, die im Koppelsystem alle vier bis fünf Tage umgesetzt werden – eine moderne Alternative zum früheren Wanderschäfer.

Bürgermeister Alfred Schomisch betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Verbands- und Ortsgemeinden, Stiftung und Ehrenamtlichen: „Die Wacholderwacht ist ein Vorzeigeprojekt. Mein Dank gilt Marcus Hüsgen, der mit seiner Energie vieles zusammenhält, sowie allen Mitgliedern, die Monat für Monat anpacken. Die Verbandsgemeinde Vordereifel unterstützt die Arbeit weiterhin gerne – auch bei Herausforderungen.“
Neben der Wacholderwacht in der Verbandsgemeinde Vordereifel ist seit Ende 2024 auch eine zweite Gruppe der Wacholderwacht am Weiselstein in der Verbandsgemeinde Brohltal aktiv. Der dortige Sprecher Ralf-Dietmar Klaus wird durch die Gemeinde Schalkenbach und dortigen Ortsbürgermeister Thomas Weber unterstützt, die beide ebenfalls am Treffen teilnahmen.
Der Austausch mit den kommunalen Vertretern diente nicht nur dem Rückblick, sondern auch dem Ausblick: Wie lassen sich neue Mitstreiter, etwa von der Freiwilligen Feuerwehr oder den Junggesellenvereinen, gewinnen oder Kooperationen schaffen? Welche weiteren Aktionen und Bildungsprojekte sind denkbar?
Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt vom Engagement und der Vielfalt der Aktivitäten. „Wir alle profitieren von dieser einzigartigen, artenreichen Landschaft“, lautete das einhellige Fazit, gefolgt vom Wunsch nach weiterer enger Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg.
