Wie können Erwachsene Kinder in emotional herausfordernden Situationen gut begleiten, ohne dabei selbst zu sehr an ihre Grenzen zu kommen? Dieser Frage widmete sich der Elternabend „Emotionen und Gefühle bei Kindern verstehen und begleiten“, der am Donnerstag, 27. August, in der Kita Abenteuerland in Nachtsheim stattfand.
Rund 20 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Ortschaften der Verbandsgemeinde Vordereifel waren zu dem zweistündigen Abend gekommen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde startete die Referentin Veronika Stickel, Musikerin, Familienberaterin im Familylab und Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation, mit einem fachlichen Einblick in die Entwicklung kindlicher Emotionen.
Dabei wurde deutlich: Jedes Kind und jede Familie sind einzigartig. Kinder erleben Gefühle unterschiedlich und brauchen entsprechend unterschiedliche Formen der Begleitung. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Themen Selbstregulation und Co-Regulation. Gerade wenn Kinder von starken Gefühlen wie Wut, Frust, Angst oder Traurigkeit überwältigt sind, sind sie auf einen Erwachsenen angewiesen, der ihnen Sicherheit und Orientierung vermittelt.
Im Alltag bieten sich dafür zahlreiche Möglichkeiten. Gemeinsam wurden unter anderem vier wichtige Wege betrachtet: aktiv zuhören, Einfühlung geben, Bedürfnisse erkennen und Frustration begleiten. Statt schwierige Gefühle möglichst schnell abzustellen, können Erwachsene Kinder dabei unterstützen, diese wahrzunehmen, auszuhalten und Schritt für Schritt selbst damit umzugehen.
Auch Erwachsene geraten an ihre Grenzen
Ein weiterer wichtiger Teil des Abends richtete den Blick auf die Erwachsenen selbst. Denn die Begleitung großer kindlicher Gefühle kann eigene Stolpersteine sichtbar machen: Wo liegen meine persönlichen Grenzen? Wie gehe ich selbst mit starken Gefühlen um? Und welche Erfahrungen aus meiner eigenen Kindheit wirken möglicherweise bis heute nach?
Die Auseinandersetzung mit den eigenen Reaktionen wurde dabei nicht als zusätzlicher Anspruch verstanden, sondern als Möglichkeit zur Selbstreflexion. Denn wer die eigenen Gefühle und Grenzen besser wahrnimmt, kann auch in herausfordernden Situationen eher ruhig und handlungsfähig bleiben.
Im Mittelpunkt stand außerdem die Frage, was bereits im Vorfeld helfen kann, damit emotionale Situationen gar nicht erst eskalieren. Präventive Möglichkeiten im Familienalltag wurden gemeinsam betrachtet und auf ihre Alltagstauglichkeit hin diskutiert.
Besonders lebendig wurde der Abend durch die Möglichkeit, eigene Anliegen, Fragen und konkrete Situationen aus dem Familienalltag einzubringen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten Erfahrungen von zu Hause schildern und gemeinsam nach hilfreichen Wegen im Umgang mit herausfordernden Situationen suchen.
Am Ende stand eine zentrale Botschaft: Kinder müssen mit ihren großen Gefühlen nicht allein zurechtkommen – und Erwachsene müssen dabei nicht perfekt sein. Entscheidend ist vielmehr, Kindern Sicherheit, Verständnis und einen verlässlichen Rahmen zu geben und gleichzeitig auch die eigenen Bedürfnisse und Grenzen im Blick zu behalten.
Der Elternabend bot damit viele fachliche Impulse, Anregungen zur Selbstreflexion und konkrete Ideen für den Familienalltag – mit dem Ziel, Kindern auch in stürmischen Momenten ein sicherer Anker zu sein.
Bei Fragen oder Anliegen zu diesem Thema wenden Sie sich gerne an das Team der Kita-Sozialarbeit der Verbandsgemeindeverwaltung Vordereifel: Sandra Schüller (0170-8008598), Larissa Frieling (0170-7892025) und Susanne Frank (0151-46376258).
