Gläserne Klänge zum Pfingstmontag 


Vergangenen Pfingstmontag öffnete die idyllisch im Nitztal gelegene Wallfahrtskapelle St. Jost bereits zum 28. Mal ihre Pforten für das dort stattfindende traditionelle Barockkonzert – und bot den rund 70 Gästen ein Klangerlebnis der ganz besonderen Art.

Begrüßung durch Bürgermeister Timo Kanzinger

Begrüßt wurden die Besucher und Ehrengäste in diesem Jahr vom neuen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel, Timo Kanzinger. Er hob in seinen einleitenden Worten die kulturelle Bedeutung der Konzerte für die gesamte Region hervor und sprach dem Organisationsteam der Verbandsgemeinde Vordereifel sowie Johannes Geffert und den teilnehmenden Musikerinnen und Musikern seinen herzlichen Dank aus.

Foto der Glasharmonika

Die Glasharmonika – ein faszinierendes Instrument, bei dem rotierende Glasschalen mit feuchten Fingern zum Klingen gebracht werden – war in diesem Jahr der eigentliche Star des Konzertnachmittages. Ein Instrument aus einer anderen Zeit, so wird sie oft umschrieben. Ihr zarter Klang erfüllte die kleine Wallfahrtskapelle an der Nitz und schuf eine ganz besondere Atmosphäre. Die Glasharmonika ist seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert und erlebte um 1760 ihre Blütezeit – nachdem Benjamin Franklin den technischen Aufbau entscheidend weiterentwickelt hatte.

Das vielfältige Programm unter dem Motto „Musik aus Glas“ war wie immer mit großer Sorgfalt von Johannes Geffert zusammengestellt worden. Den Auftakt machte Johann Friedrich Reichardts ‚Rondeau für Glasharmonika und Ensemble‘, gefolgt von Carl Philipp Emanuel Bachs ‚Sonatina‘. Im Anschluss wurde das Instrument, das auch den Namen „Verrophon“ trägt, kurz im Detail vorgestellt, bevor Johann Christian Bachs ‚Quartett D-Dur‘ und Francesco Molinos ‚Romanze und Rondo‘ aus dem Trio op. 45 das Programm ergänzten. Den krönenden Höhepunkt bildete Wolfgang Amadeus Mozarts ‚Adagio und Rondo KV 617‘, welches eigens für die Glasharmonika geschrieben wurde.

Die Musikerinnen und Musiker beim Barockkonzert in Sankt Jost 2026

Die hochkarätige musikalische Besetzung bestand aus Philipp Marguerre an der Glasharmonika, Ulrike Friedrich (Traversflöte), Julia Fank (Oboe und Voiceflöte), Rafael Roth (Viola) und Mizuki Ideue (Violoncello). Die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen von Johannes Geffert, der selbst am Cembalo saß und der mit den Konzerten in St. Jost seit Jahren eine unverwechselbare, besondere Note schafft.

Nach dem Konzert nahmen sich die Musiker viel Zeit, um die Glasharmonika den zahlreichen Interessierten näher vorzustellen, und es entwickelte sich ein lebhafter Austausch, bei angenehm warmem Pfingstwetter.

Das 28. Barockkonzert in St. Jost war einmal mehr ein Beweis dafür, dass diese kleine, aber feine Konzertreihe in der Vordereifel einen festen Platz im kulturellen Kalender der Region verdient – und dass die Suche nach dem Besonderen sich immer lohnt.


Besucher vor der Wallfahrtskapelle beim gemütlichen Ausklang nach dem Barockkonzert 2026

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